Erster Preis beim Architekturwettbewerb für das Bauhaus-Archiv: Staab Architekten GmbH, Berlin, Perspektive des Turms
© Staab Architekten

Ein neues Bauhaus-Archiv entsteht

Seit 2018 wird das Bestandsgebäude des Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung denkmalgerecht saniert und durch einen Erweiterungsbau ergänzt. Hier werden künftig das Museum mit den Ausstellungsflächen sowie die Räume für Kulturelle Bildung untergebracht sein. In dem von Walter Gropius entworfenen Gebäude aus den 1970er-Jahren wird Platz für das umfängliche Archiv und die Bibliothek geschaffen.

 

Das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung besitzt die weltweit umfangreichste Sammlung zur Geschichte des Bauhauses (1919–1933), der bedeutendsten Schule für Architektur, Design und Kunst des 20. Jahrhunderts. 1979 eröffnet, wurde das Haus aufgrund des Wachstums der Sammlung und der stetig steigenden Besucher*innenzahlen jedoch bald zu klein – den gestiegenen Anforderungen an ein Museum mit Archivfunktion konnte es zuletzt nicht mehr optimal gerecht werden.

 

Die Gesamtkosten der Sanierung und Erweiterung teilen sich der Bund und das Land Berlin.

Wettbewerbsentwurf Bauhaus-Archiv: Innenperspektive, 2015
© Staab Architekten

facts & figures

Eröffnung Bauhaus-Archiv: 1979

 

Architekten: Walter Gropius, Alex Cvijanović, mit Hans Bandel

 

Architekt Erweiterungsbau: Volker Staab

 

Nutzfläche: 1.900 m² (bis 2018), 4.200 m² (ab Wiedereröffnung 2025)

 

Ausstellungsfläche: 700 m² (bis 2018), 2.000 m² (ab Wiedereröffnung 2025)

 

Ca. 600 Besucher*innen haben in der Sammlungspräsentation komfortabel Platz.

 

Fast 60 verschiedene Gewerke sind am Neubau und an der Instandsetzung unseres Hauses beteiligt – von der Errichtung des Bauzauns über die Stahl-Holz-Konstruktion für den gläsernen Turm bis zum letzten Schliff für das Parkett.

 

Zu Spitzenzeiten werden ca. 130 Arbeitskräfte gleichzeitig auf der Baustelle tätig sein.

 

Ca. 25–35 Planer*innen arbeiten je nach Projektphase am Bauvorhaben – darunter Architekt*innen, Bauingenieur*innen und Fachingenieur*innen.

Blick auf die Baustelle im Mai 2022
© Catrin Schmitt

Die Nähe zum Landwehrkanal und die innerstädtische Lage des Grundstücks, unter dem öffentliche Wasserleitungen verlaufen, ist eine der größten technischen Herausforderungen. Bei den Tiefbauarbeiten mussten deshalb unterirdisch verschiedene „Umwege“ genommen werden.

 

Ca. 7 Meter tief musste für den unterirdischen Bau gegraben werden.

 

Der meist verwendete Werkstoff ist (Stahl-)Beton, der insbesondere für das unterirdische Sockelgeschoss des Neubaus und das Gebäude für Café und Shop benötigt wird. Der Turm wird aus einer leichten Stahl-Holz-Konstruktion errichtet.

 

Das komplexeste technische Verfahren kam bei den Tiefbauarbeiten zum Einsatz: Mit einem Schlitzwandgreifer wurden sogenannte Schlitzwände aus Beton oder Stahlbeton hergestellt, welche die zukünftigen Ausstellungsräume vor eindringendem Grundwasser schützen.

Blick auf die Baustelle im Mai 2022
© Catrin Schmitt

Der Wettbewerb

Der im Juni 2015 von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt ausgelobte nichtoffene Architektur-Wettbewerb „Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Berlin“ wurde nach zweitägiger Sitzung des Preisgerichts am 21. und 22. Oktober 2015 entschieden. Die Jury zeichnete den Entwurf des Berliner Architekten Volker Staab mit dem ersten Preis aus und empfahl ihn zur Realisierung.

 

Wettbewerbsverfahren: Entsprechend der Ankündigung im EU-Amtsblatt vom 16. Mai 2015 wurden in einem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren (Teilnahmewettbewerb gemäß RPW – Richtlinie für Planungswettbewerbe und VOF – Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen) von insgesamt 174 Bewerbungen 35 Teilnehmer*innen ausgelost. Vorab waren bereits 15 Architekturbüros durch den Auslober des Wettbewerbs ausgewählt und als Teilnehmer gesetzt. Von den insgesamt 50 Architekturbüros, die so zur Teilnahme aufgefordert waren, reichten 41 eine Arbeit ein. Die Jury vergab einen ersten Preis sowie jeweils einen zweiten, dritten, vierten und fünften Preis. Hinzu kamen vier Anerkennungen.

Wettbewerbseinreichungen für den nichtoffenen Wettbewerb Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung, Berlin im Jahr 2015
© Hans Glave

Fachpreisrichter*innen der Jury: Jo Coenen, Hilde Léon, Wolfgang Lorch, Elke Delugan-Meissl, Pat Tanner, Johannes Löbbert, Petra Vondenhof-Anderhalten, stellvertretend: Brigitte Häntsch

 

Sachpreisrichter*innen der Jury: Regula Lüscher, Tim Renner, Dr. Sigrid Bias-Engels, Günther Hoffmann, Dr. Annemarie Jaeggi, Dr. Niklas Maak, stellvertretend: Hermann-Josef Pohlmann, Dr. Konrad Schmidt-Werthern, Rosa Schmitt-Neubauer, Horst Grothues, Dr. Markus Klimmer, Chris Dercon, Dr. Kerstin Wittmann-Englert

Updates von der Baustelle 

24/7

Der Live-Stream von der Baustelle

jetzt anschauen
 

Work in progress

Eine Fotodoku auf dem Weg zum neuen Museum

jetzt anschauen

„Was sind die Themen des Bauhauses, die heute noch relevant sein könnten?“

Interview mit Architekt Volker Staab

jetzt lesen